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The World of Ming

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Das wilde Wochenende

Letzten Freitag fuhren ein paar Freunde und ich in ein Ferienlager an der Küste, um uns drei Tage lang Rock’n’Roll anzusehen. Es war ein Festival mit Livemusik und verschärfter Sauferei.

Es begann am Bahnhof in London. Ich ging zur Bar und trank ein Bier. Die anderen kauften ein paar Flaschen Wodka. Die Reise dauerte vier Stunden, also mußten wir uns betrinken.

Im Zug bemerkte ein alter Mann, daß wir Wodka aus Flaschen tranken. 'Was habt ihr denn vor?' fragte er uns.

'Wir haben vor, uns ein paar Rockbands anzusehen und zu trinken wie Männer', sagten wir.

'Jemand Berühmtes?' fragte er.

'Nein. Nur ein paar Kids, die glauben, sie wären noch in den Sechzigern.'

'Gebt mir was von eurem Wodka ab, und dann erzähle ich euch von den berühmten Rockstars, die ich gekannt habe.'

Wir gaben dem alten Mann eine Flasche Wodka, und er trank sie in einem Zug aus.

'Ich kannte Elvis Presley in den fünfziger Jahren. Ich wusch seine dreckigen Unterhosen. Schmutzig waren sie. Voller Pippi und Kacka, und er sagte immer zu mir ›Geh und hol mir ein paar Hamburger, oder du kannst von jetzt an für Chuck Berry arbeiten‹. In den sechziger Jahren arbeitete ich für die Beatles. Ich sagte zu John Lennon ›1980 bist du tot‹, aber er hat mir nicht geglaubt.'

Meinen Freunden und mir wurde klar, daß der alte Mann ein pathologischer Lügner war. Also schlugen wir ihn zusammen und warfen ihn aus dem Zug.

Bald kamen wir an dem Festivalort an. Es waren über 1000 Leute da, und alle tranken Bier. Auf der Bühne war eine Band, die 'Rektumerreger' hieß. Ein Zwerg spielte Gitarre und spuckte ab und zu Feuer. Ihre Lieder waren brutal und punkig. Wie 'Nimm seinen Arsch'.

'Jeden Tag suche ich etwas Haariges und Weiches./ Jeden Tag suche ich nach einem neuen Sonderangebot./ Ich schmier es ein und steck ihn rein./ Ich stoße tief und nehme seinen Arsch/ aber nenn mich bloß nicht schwul./ Weil ich hetero bin und Eier in der Hose habe.'

Wir trafen dort viele Freunde. Und wir beschlossen, jeder zehn halbe Liter Bier zu trinken. Es spielten noch mehr Bands. 'Die Sechzigerjahre Scheißhäuser', 'Die wichsenden Mods' und 'Die Rock’a’Billy Rammler'. Um drei Uhr morgens gingen wir ins Bett und tranken noch mehr Bier.

Um zwei Uhr nachmittags wachten wir auf und gingen sofort wieder zum Veranstaltungsort, nicht um zu essen, sondern um zu trinken. Unsere Mission hieß Selbstzerstörung. Wir sahen eine Band, die hieß 'Die Gucci Boys'. Ihr Song ging so:

'Ich wurde nicht in den sechziger Jahren geboren/ aber mein Vater schon./ Also habe ich mir seine Jacke, seinen Roller und seine Gitarre geliehen/ Und jetzt bin ich schick, aber immer noch unsicher./ Ich wünschte, ich hätte meine eigene Jugendkultur, schluchz schluchz.'

Die Gucci Boys waren scheiße, also tranken wir noch mehr Bier. Dann kamen Überraschungsgäste. Die beiden alten Pornostars aus den Siebzigern, Fräulein Vroni Füllig und Fräulein Ute Üppig. Ihre Brüste waren so groß wie Heißluftballons. Sie schütteten Bier darüber und luden uns ein, sie sauber zu lecken. Dann steckten wir unsere Latten zwischen die Glocken und ließen es läuten. Die beiden ehemaligen Pornostars schleuderten uns an den Schwänzen herum.

Später am Nachmittag gab es zu unserer Unterhaltung einen Ringkampf. Sie hatten einen kleinen Ring vor der Bühne gebaut, wo die Bands spielten. Der Schiedsrichter trug eine rote Jacke, eine Krawatte und keine Hose. Er stellte uns die beiden gemeinen Ringer vor.

'In der blauen Ecke ›Eingeweide-Egon‹.'

'Buh', machte das Publikum. Eingeweide-Egon schnappte sich das Mikrofon. 'Ich hab in meinem ganzen Leben noch sie so häßliche Frauen gesehen', sagte er.

'Buh', machte das Publikum.

'Und in der roten Ecke ›Andi-Arschwischer‹.'

Andi-Arschwischer sagte auch etwas: 'Ich werde Eingeweide-Egon töten'.

Nach vier Runden hatte er das geschafft.

Dann tranken wir Bier, sahen Scheißbands, gingen ins Bett und tranken Bier, wachten um zwei Uhr auf, tranken Bier und sahen Scheißbands. Bis es Zeit war, wieder zu verschwinden.

Nachdem die letzte Band gespielt hatte, ging der Veranstalter auf die Bühne und sagte: 'Ihr Ausländer seid doch nicht von so weit her gekommen, nur um einen Haufen Scheißbands zu sehen! Nein! Nein! Ihr wollt sehen, wie ich mir Big Ben in den Arsch schiebe!'

Und er rannte raus in einen Wirbelsturm und ließ ein riesiges Feuerwerk aus seinem Arsch heraus explodieren. Es hätte das ganze Gebäude in die Luft gesprengt, wenn nicht Randos der Bulle zur Stelle gewesen wäre und das Feuerwerk ausgepißt hätte.

Wir hatten alle so viel Party gemacht und uns gegenseitig so doll abgeknutscht, daß wir, als wir zurück nach London kamen, unsere Stimmen verloren hatten. Wir mußten eine Flasche Jägermeister kaufen, um unsere Halsschmerzen zu lindern und uns auf weitere Saufereien vorzubereiten.


Sexton Ming

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