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The World of Ming

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Hochzeit, Teil zwei

Nach der kirchlichen Zeremonie waren wir zu einem Empfang in einem vornehmen Hotel eingeladen. Da gab es eine Jazzband, die »Das Wurzel-Trio« hieß. Sie spielten Free Jazz wie Ornette Coleman und Miles Davis.

Der Priester stoppte sie. »Genug von der Scheiße. Ich muß jetzt mal das Essen segnen.« Es gab einen ganzen Tisch voll Futterstoff. Salami, Würstchen auf Spießchen, Kartoffelsalat und einen ganzen Walkadaver. Der Priester begann, das Essen zu segnen.

»Oh Herr, wir danken dir für dies wunderbare Mahl, das vor uns liegt. Gib uns die Erlaubnis, es zu essen. Auf daß wir es gut verdauen und es uns keine Magenschmerzen bereitet.« Er drehte sich zu uns um und sagte: »O.K., jetzt könnt ihr essen.«

Es gab einen enormen Andrang am Essenstisch. Die Leute stürzten sich drauf wie hungrige Wölfe. Es gab ein paar Schlägereien. In wenigen Sekunden war alles weg. Die Band begann, einen Song von Metallica zu spielen, der »Kill them all« heißt. Einer der Priester saß an unserem Tisch. »Hallo ihr da«, sagte er. »Ich bin Bruder Ricky. Es macht euch doch nichts aus, wenn ich meinen Teller Fleisch mit euch esse, oder?«

»Natürlich nicht«, sagten Ella und ich. Ein Kellner kam rüber. »Ist alles in Ordnung?« fragte er.

»Wie sieht's aus mit einem bißchen verdammten Wein«, sagte Ricky, der Priester. Dann wandte er sich zu uns und sagte, »Ich fluche gern. In meinem Beruf hat man wenig Gelegenheit zu fluchen. Ich trinke auch gern. Ich habe gewöhnlich siebzehn halbe Liter Bier, sechs doppelte Wodka und zwölf Flaschen Rum am Abend getrunken. Ich war mal Fußball-Hooligan, wißt ihr. Dann habe ich Gott in einem Fußball gefunden. Er sagte: ðRicky übernimm mal die Segnerei für mich und hör auf, in der Gegend rumzufallenĐ. So wurde ich Priester. Aber ich vermisse die guten alten Zeiten. Ich vermisse vor allem das Kotzen.«

Der Abend schritt voran. Die Jazzband spielte alles, was sie kannte, packte ihre Instrumente ein und verpißte sich. Dann legte Edward, der Bräutigam, eine Kassette mit russischer Tanz-Musik ein. Edward kommt aus Rußland, und sein Vater war auch da. Beide fingen an zu tanzen. Sie drehten sich und warfen ihre Hüften gegen die Frauen. Ricky, der Priester, packte seinen Schwanz aus. »Hey guckt euch das an. Sieht aus wie ein Fleischklops.« Dann plötzlich packten die Kellner zehn Flaschen russischen Wodka auf die Bar. »Besauft euch jetzt alle«, sagte Edward. Jeder haute einen weg. Ein paar Schlägereien brachen aus. Einige Pärchen hatten Sex in den Ecken. Ein paar Leute kotzten auf den Teppich. Es sah aus wie eine römische Orgie. Wir betranken uns so schlimm, daß wir unseren Zug verpaßten und gegenüber vom Bahnhof im Hotel übernachten mußten. Im Hotelzimmer kotzten wir noch ein bißchen weiter. Dann mußten wir um fünf Uhr morgens aufstehen, um unseren Zug zu erwischen und dann sicher nach Hause, nach London, zu kommen.

Sexton Ming

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