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The World of Ming

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Ein amerikanischer Urlaub, Teil I

Der Tag begann früh und fröhlich mit Schokoladensandwiches und Wodka. Unsere Taschen waren gepackt. Wir hatten unsere Pässe und unsere Tickets. Wir wollten nach Amerika, ins Land der Freien. Ins Land der Fetten. Wir warteten auf das Taxi, das uns nach Gatwick Airport bringen sollte. Wir stiegen ein und fuhren los. So begann unser Abenteuer. Als wir auf die Autobahn fuhren, legte der Taxifahrer eine "Stand by your man"-Kassette von Tammy Wynette auf.

"Spielen Sie das nicht", sagten wir. "Es ist deprimierend."
"Ich muß das hören," sagte er. "Es erinnert mich an meine derzeitige Situation."
"Und welche mag das sein", fragten wir.
"Meine Frau ist weg und hat mich verlassen. Mir geht es so dreckig, ich könnte sterben. Macht es ihnen etwas aus, wenn ich den Wagen irgendwo dagegen donnere und uns alle umbringe. Ich bezahle auch Schmerzensgeld."

"Nein, wir müssen nach Amerika. Ins Land der Tapferen. Ins Land der Korrupten. Hier. Hier haben Sie ein schmutziges Buch, um sich ein bißchen abzulenken. Da können Sie sich einen runterholen."

"Danke", sagte der Taxifahrer und öffnete seinen Hosenstall. Wir kamen am Flughafen an, gaben unser Gepäck auf und tranken noch etwas mehr Wodka an der Bar. Nach einer halben Stunde war es Zeit an Bord des Flugzeugs zu gehen.

"Setzt euch hin und schnallt euch an, Ihr Affen", sagte eine gereizte Stewardeß.
"Gib uns was zu saufen, verdammte Schlampe", sagte ein Erster-Klasse-Geschäftsmann.
"Dir geb' ich was zu saufen, du Arsch", sagte sie und zertrümmerte eine Flasche Brandy auf seinem Schädel. "Maul halten jetzt. Hört euch die Mitteilung des Captains an."
"Hi, hier spricht euer Captain. Wir werden alle sterben. Ha ha ha. Kinder, war nur'n Witz. Also ehrlich, ich werde dieses Flugzeug in einer Höhe von zehntausend Fuß fliegen. Und ich bin tip top in Form. Arrrrrgggghhh, jetzt ist mein Herzschrittmacher hin. Ha ha ha. War nur ein Witz, Kinder. Jetzt lehnt euch zurück und entspannt. Eßt schön auf und betrinkt euch."

Sechs Stunden später landeten wir in den großen alten Vereinigten Staaten von Amerika. Als wir ausstiegen, sagte die Stewardeß allen Auf Wiedersehen.
"Verpißt euch, Ihr Arschlöcher", sagte sie.
Ich mußte zum Einwanderungsschalter. Ich reichte einem Beamten meinen Paß, der ihn gierig betrachtete.
"Sie wollen also in mein Land, was?"
"Ja, bitte", sagte ich.
"Was ist der Zweck Ihres Aufenthaltes?"
"Hamburgeressen", sagte ich.
"Wie verdienen Sie Ihren Unterhalt?"
"Ich bin Schriftsteller."
"Für wen schreiben Sie?"
"Ich schreibe für eine deutsche Zeitung, die junge Welt heißt."
"Das ist eine kommunistische Zeitung. Wir lassen hier keine roten Kommie-Schweine rein."
"Ich bin kein Kommunist. Ich bin Brite. Margret Thatcher und so was", sagte ich.
"Wir werden Sie einer Leibesvisitation unterziehen müssen und uns Ihren Hintern ansehen. Wenn Ihr Arschloch rot ist, heißt das, Sie sind ein Kommie und wir lassen Sie nicht rein. Wenn Ihr Arschloch so blau ist wie das von Präsident Clinton, dann geht das in Ordnung."

Sie guckten mir in den Arsch. "Hmmm, es ist braun. Ein kleines bißchen Sozialismus aber auch ein bißchen Thatcherismus sind da vermischt. O.k., Sie dürfen unser Land betreten, aber wir werden Sie sehr genau beobachten, Sie Bastard."

So trat ich hinaus auf das harte Pflaster der Vereinigten Staaten, um meine Jagd nach Hamburgern zu beginnen.


Sexton Ming

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