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The World of Ming

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Suppenkind (Teil 4)

Der gemeine Pfarrer John hatte Braken Hurter in Suppe ertränkt und ihren Vater, den Alchemisten, aus dem Dorf verbannt. Traurige Wolken wanderten langsam über den grauen Himmel. Stille herrschte auf dem Acker, auf dem Cunt Ox seinen Wohnwagen abgestellt hatte. Der Alchemist betrachtete wehmütig die melancholischen Wolken. 'Zieht weiter, ihr Tiere des Friedens. Irgendwo in eurer Mitte lebt der Geist meiner Tochter. Kümmert euch um sie. Behandelt sie gut und gebt ihr ordentlich zu essen.'

Seine Gedanken wurden jäh unterbrochen, als ihm ein Teller voll Essen unter die Nase geschoben wurde. Die Augen des Alchemisten erhoben sich traurig und ruhten auf Cunt Ox, dem fahrenden Zigeuner. 'Nein, danke, mein Freund', sagte er müde.

'Du bist hungrig und du weißt es. Ich fordere dich auf, zu essen', sagte Cunt Ox. Der Alchemist nahm den Teller und untersuchte ihn kritischen Blicks, während Cunt Ox sich zu Sprite setzte, der sich gierig über seine fleischige Portion Essen hermachte.

Der Alchemist zog den Metallfinger, der einmal seiner Tochter gehört hatte, aus seiner Brusttasche und streichelte ihn zärtlich. 'Pfarrer John wird die Musik der Rache vernehmen, das sage ich euch.'

'Und wie klingt die?' fragte Sprite.

'Wie abgesoffene Kammermusik.'

Pfarrer John war zum ersten Bürger des Dorfes ernannt worden. Die Leute waren außer sich vor Freude wegen der Hinrichtung von Braken Hurter und der Verbannung ihres Vaters gewesen. Pfarrer John war in einem Triumphzug als Heiliger unter gewöhnlichen Menschen durch die Straßen gezogen.

Aber jetzt waren die Leute bedrückt. Sie verachteten ihn. Denn er war mächtig geworden. Er hatte ihr Vertrauen mißbraucht. Er regierte mit Angst und nackter Gewalt. Nach acht Uhr abends gab es eine Ausgangssperre. Alle, die an Hexenzauber auch nur dachten, egal wie unschuldig sie waren, wurden in den See geworfen oder gekocht. Alle fünf Minuten mußten die Leute zur Beichte in die Kirche gehen. Er beschlagnahmte ihr ganzes Getreide, das Obst und alle Fässer voll Wein und behauptete, Gott wolle nicht, daß sie das alles selbst verdrückten. Er fraß sich satt an der hart erarbeiteten Ernte, stopfte sich mit Hühnchen voll, während sich die Dorfbewohner mit klumpigem Haferschleim zufriedengeben mußten. Er zog durch die Haushalte und suchte nach grazilen jungen Mädchen, die er zum Keuschheitstraining mit ins Pfarrhaus nehmen konnte. Er vögelte sie, bis sie aus den Latschen kippten. Sehr zum Ärgernis ihrer Mütter. Manchmal machte er unanständige Dinge, nur um die Dorfbewohner zu ärgern.

'Wie geht’s dir heute, Tom?'

'Ich bin gehörig angepißt, Joshua. Weil Pfarrer John gerade einen Scheißhaufen auf den Sims meines Schlafzimmerfensters gesetzt hat.'

'Hat er gerochen?'

'Es hat so verdammt schlimm gestunken, daß ich es hören konnte.'

'Er ist ein harter Mann, das ist er.'

'Ja.'

'Aber wie jemand überhaupt seinen Arsch zu meinem Schlafzimmerfenster hochbekommen kann, das macht mich fertig'.

'Der hat Gummigelenke an allen richtigen Stellen.'

'Das mag sein, Tom.'

'Ooh, dieser Pfarrer hat es faustdick hinter den Ohren.'

'Ich fange an zu denken, daß der alte Alchemist und seine launische Tochter doch nicht so verkehrt waren.'

'Ja. Er hätte dem Pfarrer Beine gemacht. Und wer weiß, vielleicht hätte er das Dorf von des Pfarrers Gegenwart befreit.'


Sexton Ming

Übersetzung: Conny Lösch

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