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Die Kunstausstellung
Übersetzung: Conny Lösch
Unten im Londoner Eastend wird es richtig piekfein. Früher war es voll mit Cockneys und Halunken. Aber jetzt wimmelt es vor schicken Künstlern, die Kunst machen, in schicken Restaurants essen und in besondere Kneipen gehen, um mit den richtigen Leuten gesehen zu werden. Wegen dieser ganzen kunstigen Kunstleute haben immer mehr neue Galerien aufgemacht. Galerien mit Namen wie »Kunstkacke«. Eine Galerie, wo sie nur Bilder von Kacke ausstellen. Oder »Die GossenKotzeGalerie«, die mit Skulpturen aus Eintopf, Pizza und anderen Lebensmitteln, allesamt von berühmten Künstler erbrochen, handelt.
Ich habe gerade einige meiner Gemälde gemeinsam mit zwölf anderen Künstlern in einer kleinen Galerie, die »SchiebsdirindenArschGalerie« heißt, ausgestellt. Der verrückte VollidiotenForscher und Randos der Bulle zeigten dort ebenfalls ihre Arbeiten. Und auch mein guter Freund Billy Childish. Als ich zur Eröffnung eintraf, wurde Billy gerade von der Presse interviewt.
»Was versuchen Sie mit ihrer Arbeit zum Ausdruck zu bringen, Herr Childish?«
»Ich möchte, daß Malerei wieder wichtiger wird, anstelle von dieser Concept Art. Leute wie Damien Hurst sollte man die Eingeweide nach außen stülpen, weil das Faschisten sind«, sagte Billy.
»Sie haben Traci Emin gekannt, die Künstlerin, die auf den Knien kriecht, damit sie den TurnerPreis bekommt.«
»Ich habe ihre Brüste recht gut gekannt. Sie waren groß und rund.«
Im Laufe des Abends kamen sehr viele Leute von nah und fern herbei, um die Arbeiten von uns unschicken, ungewaschenen und verwanzten Künstlern zu sehen.
Viele Männer in Anzügen trafen ein. Einer kam und sprach mit mir.
»Hallo. Ich suche ein Gemälde in blau, weil ich ein Konservativer bin, und wie Sie wissen, haben wir Konservativen alle haufenweise Geld, das wir für uns selber rausschmeißen, aber nicht für die Öffentlichkeit.«
»Oh«, sagte ich. »Ich glaube, Sie gehen jetzt besser. Wissen Sie, der Künstler Randos der Bulle haßt Konservative.«
»Tatsächlich? Welches sind denn seine Werke?«
»Das sind die Leinwände mit den braunen Schmierspuren drauf«, sagte ich.
»Verstehe. Ich habe den Eindruck, daß er ein echter Sozialist ist. Sagen Sie diesem Randos, wenn er sich mit mir prügeln will, dann werde ich ihn mit meinen braunen Schuhen treten. Mein Name ist Victor Jaguar. Abgeordneter für Bristol. Und ich bin ein harter Brocken.«
Der Abend ging weiter. Viele Flaschen Wein wurden getrunken oder gestohlen. Kunstwerke wurden für Tausende verkauft. Leute unterhielten sich. »Ohhh, ist das nicht richtig akademisch?« oder »Pop Art ist die Antithese moderner Kultur, obendrein mit PissElementen versetzt.«
Der verrückte VollidiotenForscher betrank sich. Er erklärte einer älteren Dame mit blau getöntem Haar, worum es in seinen Arbeiten geht.
»Hahaha, alte Frau! Wenn ich erst alle meine Gemälde verkauft habe, werde ich reich sein. So reich, daß ich mir einen NeutronenOszillator kaufen kann. Dann werde ich die NATO zerstören. Dann herrsche ich über die ganze Welt, Hahaha.«
Plötzlich brach Randos der Bulle durch die Glasfront im Fenster.
»Hier bin ich«, brüllte er. »Is noch was zu saufen da für mich?« »Bitte schön, Randos«, sagte Billy und reichte ihm ein Glas Rotwein.
Randos trank es in einem Zug runter und rülpste.
»Sie sind also Randos der Bulle«, sagte Victor Jaguar.
»Klar. Und du siehst aus wie'n beschissener Mormone«, sagte Randos.
»Ich bin Victor Jaguar. Abgeordneter für Bristol, Konservative. Und ich finde, Ihre Kunst ist eine Schande.«
»Ein Konservativer, was? Ich hasse Konservative, aber wie!«
»Wollen wir kämpfen?« fragteVictor und zog seine sportliche blaue Jacke aus.
»Da kannste deinen Arsch drauf wetten, du Schwein.«
Die beiden balgten und walkten. Gemälde wurden von der Wand gerissen und zertrümmert. Weinflaschen und Gläser zerdeppert. Die Aufstellwände wurden zerstört. Sogar die Grundmauern der Galerie wurden erschüttert. Nachdem die beiden fertig waren, sah es aus, als hätte eine Bombe das Gebäude getroffen. Alles war kaputt.
»Hast du genug?« fragte Randos.
»Nein. Ich hab dir noch nicht mit meinen braunen Schuhen in die Eier getreten«, sagte Victor. Aber bevor er das tun konnte, hockte sich Randos auf ihn drauf und machte einen riesigen Schiß, und der konservative Abgeordnete ertrank darin.
»O.k.«, sagte Randos und zog sich auf die Füße. »Ich gehe ins Pub und trinke fünfzehn Bier. Wer will mitkommen und zusehen?«
»Hurra Randos!«, jubelten wir alle zusammen.
Sexton
Ming
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