Kräftesammeln im Park
Um der zermürbenden Eintönigkeit stark befahrener Straßen und ihrem ermüdenden Verkehr zu entfliehen, scheint ein Park der ideale Ort der Entspannung. Ein kleines Stück ruhigen Landlebens. Sieht man von den Horden lauter Gören einmal ab, ist so ein Park ganz wunderbar.
Hunde beherrschen die Parks. Überall begegnet man ihnen: zwischen den Bäumen, den Sträuchern und im Gebüsch. Ihr Treiben ist furchteinflößend. Sie schnüffeln sich gegenseitig an den Hinterteilen, scheißen, und mit ein wenig Glück bleiben sie vor einem stehen und ficken. Für ein paar Groschen beißen sie ein Baby. Wie wir alle wissen, lieben es Hunde, Löcher zu graben. Warum? Um Kinderschädel darin zu verbuddeln. Im Park gibt es viele Schätze. Die bleichen Schädel junger, unschuldiger Kinder.
Aber es gibt noch vielerlei anderes Getier außer Hunden mit ihren rülpsenden Eingeweiden. Enten. Enten ficken gerne. Es macht ihnen nichts aus, wenn man ihnen dabei zusieht. Sie lieben es. Jedes Quaken ist ein Schrei der Leidenschaft während es das Männchen dem Weibchen kraftvoll besorgt. Danach werden Eier geboren. Die kleinen Küken zwitschern fröhlich. Sie können es nicht abwarten, erwachsen zu werden, damit sie endlich auch Geschlechtsverkehr haben können.
Dann ist da noch das grüne Gras. Weiches üppiges Gras, das die blanken Füße kitzelt. Nachts, wenn der Mond am vollsten ist und die Bäume nur schwarze spinnenartige Schatten gegen den schwarzen Himmel sind, kriechen Skorpione aus der Erde. Sie nehmen ein kurzes Bad im See, rennen herum und treiben ein bißchen Gymnastik. Gäbe es einen Atomkrieg auf der Erde, würde ihnen das sehr gefallen. Dann wären sie die Alleinherrscher auf dem Planeten. Skorpionen kann selbst die allergrößte Hitze nichts anhaben. Es sind die einzigen Geschöpfe, die solch eine Katastrophe überleben würden.
Also bitte. Ein Park ist ein wunderbarer Ort. Frei von Streß. Überall wimmelt es vor natürlicher Betriebsamkeit. Unterhaltung ganz umsonst. Und Eiskrem, die in der Sonne schmilzt.
Sexton Ming
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