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The World of Ming

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in Englisch

Fräulein Nessel

Mildred Nessel hat, wie schon gesagt, ein Kraut aufgezogen, das längst ausgestorben war, das Plasmiskraut. Zur Feier der Wiederaufzucht pflegte Fräulein Nessel einmal im Jahr einen Kranz aus Kräutern zu flechten, der bei einer Zeremonie früh morgens um einen Laternenpfahl draußen vor dem Haus der Vermieterin geworfen wurde.

Sie trat mit finsterem Gesicht auf Fräulein Nessel zu, die ihr Äußeres im Flurspiegel musterte.

"Komm endlich Mildred, meine Liebe. Die anderen warten schon am Laternenpfahl."

"Ich komme schon", sagte Mildred und rückte einen himmelblauen Hut mit weicher Krempe auf ihrem Kopf zurecht. Sie nahm den Kranz und ging über die Straße zu der kleinen Versammlung. Dort stand Mr. Grusatut und stritt sich mit der fiesen Frau.

"Frauen können unmöglich die Finanzwelt verstehen. Ihre Gehirne sind nur zum Tippen und Stenographieren geeignet."

"Du gemeiner kleiner Mann. Ich werde deine Finger foltern wegen dieser sexistischen Bemerkung."

"Vergiß es, du Kuh, zieh die Klamotten aus."

"Ich habe die Macht, dich in Wackelpudding zu verwandeln. Ihr Männer glaubt, ihr seid stark mit euren muskulösen Armen, Beinen wie Baumstümpfen und pochenden Pimmeln."

"Was ist damit?"

"Ich kann das alles mit der Kraft meiner Weiblichkeit zerstören."

"Beweis es mir, du versteinertes Weib."

"Lieber Freund, du mußt schon einsehen, daß Frauen heutzutage gleichberechtigt sind", sagte Mr. Solide mit einem leichten Lachen in der Stimme.

"Verpiß dich, du Schleimball. Du sagst doch alles, nur um bumsen zu können. Los Frau, beweis es."

Die fiese Frau zog langsam und verführerisch ihren schwarzen Rock hoch, und legte ein paar Beine in schwarzen Strümpfen frei. Oben in ihrem rechten Strumpf steckte ein Babyfläschchen mit Saugnippel. Mr. Grusatut schüttelte sich vor Wonne, fiel auf die Knie und flüsterte "Oooohhh, Mami,gib mir mein Frühstück." Er sabberte ihr über die Schenkel. Die fiese Frau schlug ihm schnell ein paar in die Fresse. Mr. Grusatuts Kopf donnerte zurück. Zähne flogen herum. "AAAAArrrgh", machte er.

"Hör auf damit", sagte Mrs. Mahlzeit, eine alte Frau über sechzig. "Das hier ist ein ernster und feierlicher Anlaß", ermahnte sie die fiese Frau. Plötzlich brach Mrs. Mahlzeit zusammen und packte sich an die Brust.

"Arrgggh, ich habe einen stechenden Schmerz. Es fühlt sich an, als hätte mich ein Vorschlaghammer getroffen." "Ist was los?" fragte die fiese Frau. "Ich glaube, ich habe einen Herzinfarkt", keuchte die alte Frau.

"Dann will ich Ihnen helfen." Die fiese Frau drehte solange am Kopf von Mrs. Mahlzeit bis ihr Genick brach. Sie war von ihrem Elend erlöst. "Dafür wird sie mir eines Tages danken", dachte die fiese Frau.

"Was ist hier passiert?" fragte Mildred und betrachtete die beiden Körper am Boden.

"Gnadentod", sagte die fiese Frau und deutete auf den leblosen Körper von Mrs. Mahlzeit. "Und ungeschütztes Vorspiel", sie deutete auf Mr. Grusatut, der Blut spuckte.

"Oh, wie entzückend. Sind jetzt alle da?" fragte Frau Nessel und sah sich um.

"Komm schon Frau, mach weiter. Ihr scheiß Frauen geht mir auf den Sack", sagte Mr. Grusatut.

Fräulein Nessel räusperte sich und begann mit ihrer Rede.

"Äh, heute habe wir uns versammelt, um die Wiederaufzucht des Plasmiskrauts zu feiern. Dieses Kraut war beinahe vollkommen ausgestorben bis ich kam. Ich fand zwei Pflanzen und zwang sie, sich massenhaft fortzupflanzen. Zur Feier des Tages erkläre ich, daß dieser Kranz aus Plasmiskraut über diesen Laternenpfahl geworfen werden möge."

Der Kranz verdunkelte das Licht und schwankte im Wind. Um die Ecke kam Arschbrennen. Das ist der Rowdy, Schläger und Psychopath der Gegend. Er kennt keine Gefühle. Er ging zu Fräulein Nessel und ihren Freunden. Kaltblütig blickte er nach oben, wo der Kranz im Wind wehte. Er öffnete seinen Hosenstall und urinierte über den Laternenpfahl. Fräulein Nessel und die Vermieterin stöhnten vor Entsetzen.

"Das ist ekelerregend, du unmanierlicher Halunke", sagte Mr. Solide und stieß ihn weg.

Bevor Mr. Solide etwas merkte, biß ihm Arschbrennen in die Kehle. "Primitiv aber wirkungsvoll", dachte die fiese Frau.

"Du bekloppter Trottel. Das ist mein Geschäftspartner, den du gerade umgebracht hast", protestierte Mr. Grusatut. Arschbrennen wandte sich ihm zu. Mit einem kräftigen Schlag rammte er Mr. Grusatut die Faust in die Brust, durchtrennte seine Rippen und riß ihm das Herz heraus.

"Wie klassisch griechisch", sinnierte die fiese Frau erneut.

"Frühstück", bellte Arschbrennen und stopfte sich das noch pochende Herz in den Mund, drehte sich um und stapfte die Straße hoch.

"Was für ein entsetzlicher junger Mann", sagte Fräulein Nessel. " Wir wollen alle wieder ins Haus gehen und etwas trinken", schlug sie vor. Sie gingen zurück zum Haus.

Trixie, der Straßenfeger, schob in seinem leuchtend orangefarbenen Overall seine Dreckkarre die Straße runter. Am Laternenpfahl blieb er stehen. Er sah die drei toten Körper von Mr. Solide, Mr. Grusatut und Mrs. Mahlzeit.

"Oh, verdammte Scheiße. Wer hat denn diesen ganzen Mist hier liegen lassen. Manche Leute nehmen einfach keine Rücksicht auf andere. Da brauch’ ich meine ganze Mittagspause, um das aufzuräumen. Dieses ganze Blut und die Eingeweide ziehen Fliegen an. Aber wart mal, vielleicht sind da ein paar saftige Nieren in den Kadavern. Ich nehm’ ein paar und bring’ sie meiner Frau mit", sagte Trixie und zog sein Jagdmesser heraus.

Sexton Ming

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