Neulich hab' ich die Schlüssel zu meiner neuen Wohnung bekommen. Vorher habe ich zusammen mit einem wütenden Homosexuellen über einer Reinigung in einer Straße gewohnt, die Bastardstraße hieß. Ich habe zwei Jahre auf die neue Wohnung gewartet, und jetzt habe ich sie bekommen.
"Hier sind die Schlüssel zu Ihrer neuen Wohnung", sagte das Sozialamt. "Sie haben Glück. Wir wollten sie eigentlich einer einarmigen lesbischen Zwergin geben. Aber die hatte kurze Haare. Also haben wir gedacht, wir geben sie Ihnen."
Die Wohnung, oder sollte ich sagen Kammer, lag im dritten Stock eines Wohnblocks in Arsenal in London. Nur 50 Meter vom Arsenal-Fußballstadion entfernt. Zwei Wochen lang habe ich die Wohnung renoviert, dann eines Samstags, bin ich eingezogen.
"Kinder ist das Leben schön", sagte ich mir, als ich mir ein paar Eier, Würstchen und Fritten machte. Ich konnte das laute Grölen der Menge im Fußballstadion zwei Häuserblocks weiter hören. Dann klopfte es an meiner Tür.
"Wer kann das sein?" dachte ich. Vielleicht ist es der Vermieter, der jetzt schon sein Geld will." Ich öffnete die Tür. Vor mir stand ein wild aussehender Mann um die fünfzig in einem langen weißen Laborkittel. Er trug eine schwarze Brille mit ultradicken Gläsern und sein Haar war zerzaust, weil er es wochenlang nicht gekämmt hatte.
"Hallo", sagte er. "Ich bin Ihr Nachbar von nebenan. Willkommen in dieser Bruchbude, die ich hasse."
"Wieso hassen Sie sie?" fragte ich. "Hören Sie sich diesen Lärm an." Die Menge im Stadion brüllte wieder. "Jeden Samstag kommt das Gesocks, um Fußball zu gucken, und wenn sie fertig sind, pissen sie auf meine Topfpflanzen. Aber darf ich mich vorstellen. Ich bin Jack Bioblatt, ich bin Forscher. Die meisten Leute nennen mich den verrückten Forscher-Vollidioten. Das ist so, weil alle meine Erfindungen das gewöhnliche Verstehen übersteigen. Warum kommen Sie nicht mit nach drüben und sehen sich ein paar davon an."
"Ok", sagte ich, während ich mein Würstchensandwich kaute. Wir gingen nach drüben. Der verrückte Forscher-Vollidiot zog einen riesigen Schlüsselbund aus der Tasche und machte sich daran, zwanzig Schlösser aufzuschließen.
"Sicherheit ist alles, wenn man Forscher ist", sagte er. "Meine Erfindungen sind viel zu wertvoll, um zu riskieren, daß sie gestohlen werden."
Wir gingen in seine Wohnung. Überall roch es merkwürdig nach Chemie. In seinem Flur lag etwas, das aussah wie der Motor eines Jets.
"Das war eine Erfindung für Rollschuhe mit Jet-Antrieb. Das habe ich gemacht als ich zwölf war. Ich befestigte den Motor an den Rollschuhen meiner Schwester, und sie lief mit der Geschwindigkeit eines Düsenjägers gegen eine Steinmauer. Sie hat es nicht überlebt, aber der Motor schon. Möchten Sie etwas Eiskrem? Ich kann ihnen noch eine Erfindung von mir zeigen." Sagte er, ging in die Küche und nahm ein großes zylindrisches Ding, das aussah wie ein Mixer. "Das ist eine meiner großen Erfindungen. Es heißt die Scheißeismaschine. Man tut hier oben Scheiße rein, die dann zur Mitte runterrutscht, wo chemische Substanzen reagieren und unten kommt dann reine Eiskrem heraus. Möchten Sie welche?"
"Nein danke", sagte ich.
"Dann will ich Ihnen meine neueste Erfindung zeigen", sagte der verrückte Vollidiot und lief in sein Wohnzimmer, wo Hunderte technischer Geräte und Tausende Reagenzgläser mit verschiedenfarbigen Flüssigkeiten standen.
"Jahrelang habe ich am Arsenal-Fußballstadion gewohnt", erklärte er.
"Und ich habe das ganze Gegröle, Gejohle und Gepisse gehaßt. Ich persönlich hasse ja Fußball. Heute werde ich dem Treiben mit meinem Strahlengewehr ein Ende bereiten." Sagte er und deutete auf eine umgebaute Satellitenschüssel an seinem Fenster. "Dieses Strahlengewehr ist direkt auf das Arsenal-Fußballstadion gerichtet. Machen Sie den Fernseher an."
Ich tat, was er sagte. Auf dem Bildschirm erschien die Mannschaft von Arsenal, die gegen irgendeine andere Mannschaft kämpfte.
"Schauen Sie zu", sagte der verrückte Forscher-Vollidiot, "wie ich das Strahlengewehr einschalte". Das tat er. Es gab ein knarrendes, surrendes Geräusch, Funken flogen. Ich sah fern. Vor meinen Augen verwandelten sich die Fußballspieler in Erdbeerwackelpeter. Die Menge stürmte das Spielfeld und aß sie auf.
"Hahaha, nie wieder Fußball. Voller Erfolg", schrie der verrückte Vollidiot.
"Mit diesem Apparat kannst du die Welt regieren, verrückter Vollidiot", sagte ich.
"Ja ich werde die Herrscher der Welt in Frischfleisch verwandeln. Dann werde ich sie essen."
"Sie sind ein guter Mann", sagte ich.
"Danke", sagte der verrückte Vollidiot und machte etwas Eiskrem.
Übersetzung: Conny Lösch