Neulich abends blieb ich mit einem Freund Neil lange wach, trinkend. Wir blieben bis in die frühen Morgenstunden auf. Wir tranken zehn Liter Bier, drei Flaschen Wein und eine Flasche Whiskey. Wir redeten über das Leben.
ªIch frage mich, ob es Leben auf anderen Planeten gibt?´ sagte Neil.
ªJa und was trinken die da wohl?´ sagte ich.
ªIch kenne einen Planeten, wo sie sich den ganzen Tag lang betrinken.´
ªWie heißt dieser Planet?´ fragte ich.
ªEr heißt Alfa Römischer Gladiator´. Aus den Hähnen in der Küchenspüle tropft reiner Wodka. Die Waschmaschinen spritzen sprudelndes Bier. Aus den Gartenschläuchen kommt Rotwein und die Hunde pissen unverschnittenen Schnaps.´
ªHerrlich,´ sagte ich und leckte mir die Lippen.
ªUnd damit nicht genug,´ fuhr Neil fort. ªJeder hat einen Swimming-Pool voll mit indischen Reisgerichten und ihre Badehandtücher sind aus Naan Brot. Die Eier schmecken nach Hühnchen und die Hühnchen schmecken nach Eiern. Die Bäume schmecken nach belgischer Schokolade, der Fisch nach Kohl und der Kohl nach gegrillten Spare Ribs. Es ist ein phantastischer Wohnort. Sogar das Abwasser ist genießbar.´
ªWonach schmeckt das?´
ªKokosnuß-Joghurt.´
ªDieses Gerede vom Essen macht mich hungrig,´ sagte ich. ªLaß uns rausgehen und was zu essen suchen.´
ªIch bin dabei,´ sagte Neil.
Es war schwierig, ein Café oder Restaurant um sechs Uhr früh zu finden. Nirgends war um diese Zeit geöffnet. Aber schließlich fanden wir eins. Es hieß ªDas hungrige Ich´. Die Fenster waren kaputt und die Farbe blätterte von den Türen ab. Es sah schmutzig und sehr unhygienisch aus.
ªSollen wir da reingehen?´ fragte ich.
ªJa. Es ist das einzige, das offen hat,´ sagte Neil.
Wir gingen rein. Kaputte Tische und Stühle standen überall herum. Eine Katze saß auf dem Boden und aß eine halbe Maus. Die restlichen Besucher betrachteten uns mißtrauisch und murmelten irgendetwas in ihre Teetassen. Die Wände waren gelb vom Tabakrauch und Fett. Aus der Küche konnte man hören und riechen wie schlechtes Fleisch im Ofen brutzelte. Wir setzten uns, eine alte Frau mit dem Namen Edna und rachitischen Beinen kam zu uns rüber und gab uns eine Speisekarte. Ganz oben stand ªAlle Gerichte werden mit feinstem Motoröl zubereitet.´ Ich sah mir das
Angebot an. Es gab ªInnereien in Knoblauch.´ Schafsinnereien mit Knoblauch gekocht und
in Schmierfett serviert. ªOmelette scharfer Ficker´. Omelette garniert mit Senf, roten Chillies und Meerrettich. Wir entschieden uns für einfache alte
Bratwürste, Speck, Eier und Fritten.
ªWünschen Sie extra Fett dazu?´ fragte Edna.
ªNein,´ sagten wir. Sie ging in die Küche. ªFred´ rief sie dem Koch zu, ªzweimal Würste, Speck, Eier und Fritten. So schnell es geht du fauler Sack.´
ªVerpiß dich, du stinkende alte Kuh´ hörte man Freds Stimme.
Ein alter Mann stand hinter uns auf und kotzte über seinen Tisch. Dann griff er sich ans Herz und fiel um. ªAaaaahhhh, die Schweine haben mich vergiftet´, sagte er, bevor er bewußtlos wurde. Edna ging rüber und nahm seine Brieftasche an sich.
Schließlich kam unser Essen. Es schwamm in Fett und auf jedem unserer Eigelbe lag ein Schamhaar. Neil schnitt ein Stück von seiner Bratwurst ab und aß es. Er verzog das Gesicht vor Ekel.
ªEntschuldigung´, sagte er zu Edna. ªSind die Bratwürste frisch?´
ªNatürlich sind sie frisch. Sie liegen erst seit 1987 in der Kühltruhe.´
ªDer Speck hier schmeckt verdorben´, sagte ich.
Edna zog eine Handgranate hervor. ªEßt jetzt euer verficktes Essen oder ich jag euch in die Luft´, sagte sie und zog den Zünder. Wir schaufelten uns das Essen in die Münder so schnell wir konnten. Wir kotzen und rannten aus dem Café und kamen nie wieder.