Jeden Morgen tritt der Bürgermeister von Hummelhausen auf seinen Balkon auf dem Marktplatz und spricht zu den Bürgern. Heute war keine Ausnahme. Mr. McLuckie, seine rechte Hand, schrie durch ein Mikrofon, um die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zu ziehen.
ªHört zu, ihr miesen, dreckigen Arschlöcher. Der Bürgermeister hat was zu sagen.´
Die Leute versammelten sich und murrten und maulten. Sie wußten, der Bürgermeister würde ihnen etwas Schreckliches sagen.
ªHallo, mein glückliches Volk´, begann der Bürgermeister. ªLaßt mich euch erzählen, was ich letzte Nacht getan habe. Ich habe zwei Transvestiten gefickt. Ich habe jeden zwanzigmal gebumst, bis sie um Gnade gewinselt haben.´
ªAber Sie sind ein verheirateter Mann´, sagte eine alte Frau.
ªMeine Frau kann man nicht zum guten Sex rechnen´, sagte er. ªUnd Sie sollten froh sein, daß ich meinen Ständer zehn Stunden halten kann.´
ªEin dreifach Hurrah für unseren Bürgermeister´, schrie McLuckie. Die Menge jubelte zurückhaltend.
ªJetzt habe ich etwas bekanntzugeben´, sagte der Bürgermeister. ªHeute wird es für niemanden Milch geben. Die ganze Milch ist für mich. Jeder Liter in dieser Stadt gehört mir.´
ªAber ich kann nicht leben ohne Tee mit Milch in meiner Mittagspause´, sagte ein Mann.
ªDann stirb´, schrie McLuckie.
ªWas werden Sie mit der ganzen Milch machen? Käse?´ fragte ein Mann sehr ärgerlich.
ªNehmt diesen Mann fest, werft ihn ins Gefängnis´, sagte der Bürgermeister. Bewaffnete Polizeikräfte führten den Mann ab.
Jemand übergab McLuckie eine Notiz. Er las sie. ªVerdammte, verfickte Scheiße´, schrie er.
ªWas ist los, McLuckie?´
ªSchlechte Nachrichten, Euer Hohheit. An die Schule in Hummelhausen wurden zwanzig Kästen Milch für die Kinder geliefert.´
ªSchnell. Schick sofort bewaffnete Wachen rüber. Sie müssen die ganze Milch wiederholen. Ich werde nicht zulassen, daß Kinder Milch trinken, die mir gehört.´
Die bewaffneten Wachen kamen in der Schule an. Oberoffizier Brick machte den Hausmeister der Schule ausfindig und fragte ihn, wo die Milchkästen seien.
ªDa drüben auf dem Tisch´, sagte er.
ªWarten Sie eine Minute´, sagte Oberoffizier Brick. ªDa sind nur neunzehn Kästen. Wo ist der zwanzigste?´
ªOh, den hab ich nach oben in die Klasse von Frau Woods bringen lassen´, sagte der Hausmeister nervös.
ªSie Trottel´, sagte Oberoffizier Brick und schlug den Hausmeister mit dem Griff seines Gewehrs ins Gesicht.
Er trat die Tür zur Klasse von Mrs Woods ein. ªNiemand rührt sich von der Stelle, Kinder. Stellt alle Milchflaschen in den Kasten zurück.´
Die Kinder taten wie ihnen befohlen wurde. Außer zweien, einem kleinen Jungen und einem kleinen Mädchen, die ihre Milch schon getrunken hatten.
Oberoffizier Brick war wütend. Er wandte sich an Mrs. Woods, die Musiklehrerin. ªWas werden Sie jetzt unternehmen?´
ªIch werde mich drum kümmern´, sagte sie, öffnete die Klappe ihres Pianos, packte die beiden Kinder obendrauf und schloß die Klappe wieder.
ªIch werde jetzt den Hummelflug spielen´, sagte sie. ªKönnt ihr euch dran erinnern? Das Wort Gnade existiert nicht in meinem Gehirn.´
Und so ging ein weiterer schrecklicher Morgen in Hummelhausen seinem Ende entgegen.