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The World of Ming

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Ektoplasma

Er rast durch den Wald. Ein roter Sportwagen schießt über kurvige Straßen. Sein Motor ächzt und stöhnt. Drinnen sitzt ein Mann, der dringend etwas braucht. Er muß es um jeden Preis finden. Sein Name ist Herr Fickfest. Er ist wohlhabend, verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Frau, eine verknöcherte Konservative, hat ihn losgeschickt, um eine merkwürdige mythische Substanz zu suchen, Ektoplasma. Er darf nicht nach Hause kommen, bevor er sie nicht gefunden hat.

Seine Hand umklammert das Lenkrand, und er denkt: 'Man hat mir gesagt daß irgendwo in diesem Wald Geisterbeschwörer, Hexen und Okkultisten leben. Sicherlich kann mir einer davon helfen. Meine bösartige Frau läßt mich ohne dieses Ektoplasma nicht mehr ins Haus. Wofür das gut sein soll... zum Teufel, ich weiß es nicht.'

Plötzlich sieht Herr Fickfest einen dunkelrot bemalten Wohnwagen auf einer Lichtung stehen.

'Ah, ein Reisender', denkt er. 'Vielleicht weiß er, wo ich einen Mystiker finden kann, der mir etwas Ektoplasma macht.' Er parkt seinen roten Sportwagen und rennt zum Caravan. Er klopft an der Tür. Ein Hund beginnt zu bellen. Dann öffnet sich die Tür. Vor ihm steht eine schöne junge Frau mit langer ungebändigter blonder Mähne und feurigen Augen. 'Meine Schöne', blubbert Herr Fickfest, unfähig sein Verlangen im Zaum zu halten.

'Sei still', sagt das Mädchen. 'Was willst du? Mach schnell, ich hab’ noch Feuerholz zu hacken und einen Hund zu füttern.'

'Tut mir leid. Darf ich mich vorstellen. Ich bin Herr Fickfest und ich bin auf der Suche nach Ektoplasma. Kennen Sie hier jemanden, der sowas herstellt? Ich bin bereit, einen hohen Preis zu zahlen.'

'Wie hoch ist der hohe Preis?' fragt das Mädchen.

'45000 Mark. Weiter geh’ ich nicht', sagt Herr Fickfest.

'Hmmm', murmelt das Mädchen. 'Naja, wie Sie sehen, bin ich eine Zigeunerin. Und wir Zigeuner haben magische Kräfte. Ich kann mir ganz einfach Ektoplasma aus den Rippen schneiden.'

'Wirklich?' sagte Herr Fickfest und konnte sein Glück kaum glauben. 'Hier sind 45000 Mark', sagt er und zieht ein Bündel Geldscheine aus seiner Brieftasche. 'Ich nehme dann was davon'.

'Nicht so schnell', sagt das Zigeunermädchen. 'Ich muß erstmal in Trance fallen. Kommen Sie in zwei Stunden wieder.'

'Zwei Stunden, was?' sagt Herr Fickfest aufgeregt und überglücklich. 'Toll. Ich komme wieder.' Dann steigt er in sein Auto und fährt davon.

Die junge Zirgeunerfrau schließt die Tür und wendet sich an ihren schwarzen Hund. 'Schnell. Hilf mir, Rover. Hol die Schüssel aus der Küchenspüle. Hol alle schmutzigen Damenbinden unter meinem Bett und das Klopapier. Ich zerreiße ein paar davon und mische sie mit Tapetenkleister. Dieser Trottel aus der Stadt soll sein Ektoplasma kriegen. Hahaha.'

In der Zwischenzeit saß Herr Fickfest in einer Kneipe in der Nähe und trank ein Glas Rotwein. 'Ooooh, dieses Zigeunermädchen stellt was mit meinen Genitalien an. So rein. So vom Wohlstand unberührt. Anders als meine gierige Frau, die mich nur liebt, wegen der Dinge, die ich ihr kaufe. Oh, Zigeunermädchen, sie ist zauberhaft. Sie hat keine Angst. Sie ist in jeder Hinsicht makellos. Sie kennt keine Zeit. Sie lebt in dir fort, wenn sie gegangen ist.'

Im Wohnwagen legt das Mädchen letzte Hand an ihr gefälschtes Ektoplasma.

'Hahaha, ein bißchen Baumwolle macht einen schönen Unterschied. Das sieht jetzt wirklich aus wie Ektoplasma.'

Es klopft an der Tür. Es war Herr Fickfest.

'Haben Sie das sagenumwobene Ektoplasma?' fragt er.

'Ja, bitte schön', sagt das Mädchen und gibt ihm eine Waschschüssel voll weißer stinkender Masse.

'Danke. Hier sind 45000 Mark.'

'Danke', sagte das Zigeunermädchen und stopfte sich das Geld in ihre Unterhose.

Zwei Tage später klopft es wieder an der Tür des Mädchens. Sie öffnet und sieht Herrn Fickfest davorstehen und sehr ungehalten dreinblicken.

'Oh je. Sie sind’s', sagt sie.

'Ja, ich bin’s', sagt er. 'Das Ektoplasma, das Sie mir verkauft haben, war gefälscht. Es ist aus benutzten Damenbinden gemacht worden.'

'Ich nehme an, Sie wollen ihr Geld zurück.'

'Im Gegenteil. Ich will sie zum Dank zu gegrilltem Huhn einladen', sagt er.

'Aber warum?' sagt das Mädchen.

'Naja, verstehen Sie, meine beschissene blöde Frau war so schockiert, daß es kein echtes Ektoplasma war, daß sie einen Herzanfall hatte und aus dem Fenster im dritten Stock fiel. Jetzt ist sie tot. Und ich bin frei, um Sie zu lieben.'

'Oh, das ist schön', sagt das Zigeunermädchen.

Plötzlich tippt Randos der Bulle Herrn Fickfest auf die Schulter.

'Tschuldigung mein Freund', sagte Randos. 'Aber ich habe in deinen Vergaser geschissen und dein Auto ist jetzt für immer im Arsch.'

'Das ist schon in Ordnung, Randos', sagt Herr Fickfest. 'Wer braucht schon materielle Dinge, wenn er die Liebe kennt.'

'Das ist mal ne richtige positive Einstellung, die du da hast, mein Freund', sagte Randos.

'Hurrah Randos!' schrien alle zusammen.


Sexton Ming

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