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Die Schokoladen Bar

Wenn Sie ähnlich wie ich gerne Frauenkleider tragen, dann ist London ein ausgezeichneter Ort, um Clubs oder Bars zu finden, die in dieser Hinsicht etwas zu bieten haben.

'Die Schokoladen Bar' ist eine gute Bar. Sie ist voller Männer in Damenkleidern. Männer in Anzügen steigen Männern in Kleidern nach, und natürlich gibt es dort auch viele Schwule.

Warum heißt sie Schokoloaden Bar? Nun, um reinzukommen, muß man zehn Pfund bezahlen und zwei Stück Schokoladenkuchen essen. Zu jedem Getränk, das man bestellt, muß man ein weiteres Stück Kuchen essen. So lange bis man sich übergibt.

'Ich hätte gerne einen trockenen Martini', sagt eine Transe mit dem Namen Chloe. 'Iß erstmal dein Stück Schokoladenkuchen', sagt der Mann hinter dem Tresen. 'Mampf, mampf', macht Chloe. 'Danke, kann ich jetzt meinen Martini haben?' 'Bitte schön.' Chloe kippt ihn schnell hinunter, um den Schokoladenkuchengeschmack loszuwerden.

'Willst du noch was trinken?' fragt der Barmann. 'Ja, bitte. Ich möchte eine Flasche Bier.'

'Dann iß mal diese beiden Stücke Schokoladenkuchen.'

'Aber ich hab doch schon ein Stück Kuchen gegessen. Außerdem mag ich Schokoladenkuchen nicht so besonders gerne.'

'Tut mir leid, das ist die Hausordnung. Du mußt zu jedem Getränk etwas essen.' So geht es immer weiter.

Es gibt auch ein Unterhaltungsprogramm in der Schokoladen Bar. Große Unterhaltung. Der Mann, der sie präsentiert, heißt Herr Federbusch. Er trägt immer einen goldenen Anzug und ein aufsehenerregendes Hemd.

'Guten Abend, meine Damen und Herren', schreit er ins Mikrophon.

'Sind heute abend warme Brüder da?'

'Haufenweise', ruft das Publikum zurück. 'Gut. Ich hoffe, sie benutzen starke Kondome und ausreichend Gleitmittel', sagt er, öffnet seinen Hosenstall und zieht eine grüne Gurke heraus. 'Wir haben ein tolles Programm für Sie heute abend vorbereitet. Der großartige Herr Bauer wird für sie edwardianische Gemälde aus dem 21. Jahrhundert verschlucken. Frau Klemme wird Sie zwischen ihre Muskeln klemmen. Aber zuerst kommt Lilly Weichhirn, die betrunkene Transe.'

Die Musik spielt 'Hey Big Spender'. Auf die Bühne torkelt eine jämmerliche Gestalt. Ein Mann in einem dunkelroten Volantrock. Sein Gesicht ist Lippenstift verschmiert, und er trägt eine zerzauste blonde Bienenkorbperücke. Sie hält eine halb volle Flasche Wodka in der Hand. Das Publikum buht und pfeift. 'Runter von der Bühne, du alte, versoffene Fotze', schreien sie.

'Maulhalten, ihr blöden Arschgeigen', mosert Lilly, stolpert über ihren Rocksaum, fällt flach auf die Fresse und kotzt. Sie wird von der Bühne gezerrt. Herr Federbusch springt auf die Bühne: 'Hey, war das nicht großartig? Lilly Weichhirn ­ zwanzig Jahre im Transengeschäft und noch immer kann sie zehn Flaschen Wodka trinken. Aber jetzt wird Randos der Bulle einen Striptease machen.'

Ein großer schwerer Bulle kracht genau in diesem Augenblick durch das Fenster in die Bar und beginnt sich die Calvin-Klein-Unterhosen auszuziehen. Alle jubeln und eilen zum Klo. So endet ein Abend in der Schokoladen Bar.


Sexton Ming

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