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Andy Warthog und seine Factory
(Teil I)
Es war das Jahr 1966. Andy Warthog
war mit allen seinen Kumpels in seiner Factory. Die Velvet Underground
probten. Lou Reed fing an zu singen.
»Im waiting for my wife.
Ich hab zwei Einkaufstüten in den Händen.
Draußen vor Woolworths 125
Bin krank und dreckig.
Mehr tot als lebendig.
Im waiting for my wife.«
John Cale hörte auf zu spielen und flüsterte Lou etwas
ins Ohr.
»Lou«, sagte er. »Ich hab kein gutes Gefühl
bei dem Text. Der funktioniert so nicht. Warum singst du nicht
lieber über einen Drogendealer statt über ein verheiratetes
Ehepaar?«
»Du meinst Heroin und so ein Zeug? Das ist eine gute Idee,
John«, sagte Reed.
In der Zwischenzeit wurde Andy Warthog vom Time Magazine interviewt.
»Ich mag Kunst, weil sie so angeberhaft ist. Ich kann so
angeberhaft sein, wie ich will, und die Leute halten mich für
Gott.«
»Was ist dein nächstes Projekt, Andy?« fragte
der Interviewer vom Time Magazine.
»Ich mache einen Kunstfilm, der Furz heißt.«
»Und wovon handelt er?«
»Ach, Schätzchen, meine Filme handeln nie von etwas.
Aber was passieren wird, ist, daß da ein Mann einen ganzen
Kühlschrank voller Linseneintopf ißt und sich zu Tode
furzt. Ich hab den Kühlschrank schon bestellt. Er sollte
eigentlich heute kommen.«
»Und wer spielt die Hauptrolle?«
»Das ist das Problem. Ich hab die richtige Person noch nicht
gefunden, die der Figur gerecht wird. Ich werde aber bestimmt
irgendeinen unbekannten Penner in Manhattan finden, den ich berühmt
mache.«
»Andy, du bist ein Genie,« sagte der Interviewer,
fiel auf die Knie und küßte Andys Hand.
»Danke. Verehre mich. Das tun alle.«
Es klopfte an der Factory Tür.
»Candy Darling, machst du bitte mal auf,« sagte Andy.
»Wer ist da?« fragte Candy Darling.
»Hier ist der Kühlschrankliefermann. Ich habe einen
Kühlschrank für Mr. Warthog.«
Candy öffnete die Tür, und Randos der Bulle trat mit
einem riesigen weißen Kühlschrank, den er auf dem Rücken
trug, herein. Candy fiel die Klappe runter.
»Was für ein Klops von einem Bullen,« dachte
sie. »Guck dir nur diese tollen Muskeln und die verschwitzte
Vorhaut an.«
Auch Andy war sprachlos, als er Randos sah.
»Das ist das perfekte Wesen für die Hauptrolle in Furz«
»Wo soll ich den Kühlschrank hinstellen?« fragte
Randos.
»Stell ihn da ab«, sagte Andy.
Randos ließ den Kühlschrank mit einem schweren Plumps
auf den Boden gleiten.
»Sag mir Bulle«, fragte Andy aufgeregt. »Kannst
du schauspielern?«
»Nein.«
»Kannst du singen?
»Nein«
»Kannst du tanzen?«
»Nein«
»Kannst du irgendwas richtig gut?«
»Ja, Kühlschränke liefern.«
»Kannst du sonst noch irgendwas richtig gut?«
»Ja, das hier,« sagte Randos. Er verpaßte John
Cale einen heftige Kinnhaken. John Cale flog nach hinten und krachte
in das Schlagzeug von Mo Tucker.
»Du Arsch, Cale. Jetzt muß ich ein neues Schlagzeug
kaufen«, sagte Mo.
»Was heulst du rum?« fragte Sterling Morrison. »Du
kannst doch sowieso nicht Schlagzeug spielen.«
»Ach, ja?« sagte Mo, »Dann nimm erst mal ein
paar Tritte in die Eier.«
Während sich die Velvet Underground gegenseitig verprügelten,
konzentrierte sich Andy auf Randos.
»Du bist perfekt, Bulle. Du bist genau der richtige Typ
für die Hauptrolle in Furz. Willst du zum Film?«
»Naja, ich weiß nicht«, sagte Randos. »Ich
hab ja einen festen Job, beim Kühlschranklieferdienst.«
»Ich geb dir fünf Dollar pro Tag und soviel Linseneintopf,
wie du essen kannst.«
»Soviel Linseneintopf, wie ich essen kann?« fragte
Randos aufgeregt.
»Ja.«
»Wird gemacht«, sagte Randos, schüttelte Warthogs
Hand und brach sie fast dabei.
»Gut. Wir fangen morgen an zu drehen.«
Andy Warthol und seine Factory
(Teil II)
Was bisher geschah: Andy Warthog
bereitet in seiner Factory seinen neuen Film »Furz«
vor. Der Film handelt von einem Mann, der einen ganzen Kühlschrank
voll Linseneintopf ißt. Bei seiner Suche nach einem geeigneten
Hauptdarsteller wird er fündig, als Randos der Bulle den
Kühlschrank liefert. Randos nimmt Warthogs Angebot an und
steigt in die Filmbranche ein.
Am nächsten Tag kam Randos in der Factory an. Der Kühlschrank
war voller Linseneintopf.
»Hast du das Drehbuch gelernt?« fragte Andy.
»Ja, da gibts ja nicht viel zu lernen.«
»Gut. Alle Mann auf Position. Und Action.«
Randos drehte sich zur Kamera und sah direkt hinein. »Verdammte
Scheiße. Ich hab so einen Hunger, ich könnte eine ganze
Tonne kalten Linseneintopf essen. Mal sehen, was in meinem Kühlschrank
ist?« Randos drehte sich zum Kühlschrank und öffnete
die Tür.
»Ich hab Glück. In meinem Kühlschrank ist
ein Haufen Linseneintopf.« Er nahm ein paar Dosen Linseneintopf
heraus, setzte sich hin und fing an zu essen. Andy filmte ihn
zwei Stunden lang, während er Dose um Dose verschlang.
»So Randos, jetzt will ich, daß du in die Kamera furzt«,
sagte Andy.
»Ok, da braut sich einer zusammen.«
»Und action.«
Randos ließ einen äußerst heftigen und kraftvollen
Furz ab, der die Kamera umwarf. Die Factory war voller Gas. Alle
rangen nach Luft.
»Oh je«, sagte Andy. »Dein Furz hat den Film
in der Kamera schmelzen lassen. Macht nichts. Halt den Arsch einfach
da in Johns Richtung. Und Action.«
Randos furzte wieder. Der Windstoß blies John Cale zurück,
er krachte wieder in Mo Tuckers Schlagzeug.
»Du bist ein Arschloch, Cale. Jetzt muß ich schon
wieder ein neues Schlagzeug kaufen. Das hier hat schon ein Vermögen
gekostet.«
»Wieso trommelst du nicht auf ein paar Kisten?«
»Halt die Klappe, Morrison.«
»Das war großartig, Randos«, sagte Andy. »Iß
nur weiter Linseneintopf, wir machen eine Pause.«
»Wie du meinst. Ich persönlich liebe ja Linseneintopf«,
sagte Randos.
Als die Pause vorbei war, hatte Randos sein zweifaches Lebendgewicht
an Linseneintopf verschlungen.
»Ok, Randos«, sagte Andy. »Jetzt drehen wir
die Liebesszene zwischen dir und Nico. Du beugst dich vor und
Nico küßt dir den Arsch. Dann furzt du.«
»Verstanden«, sagte Randos.
»Gut. Und Action.«
»Guck dir meinen Arsch an, Nico«, sagte Randos.
»Du hast einen schönen Arsch«, sagte Nico mit
ihrer tiefen teutonischen Stimme.
»Jetzt furzen«, befahl Andy hinter der Kamera. Randos
furzte wie befohlen. Der Windstoß war so heftig, daß
Nico die Schneidezähne ausfielen.
»Tut mir leid, Nico.«
»Das ist schon in Ordnung, Randos. Ich geh nur mal schnell
aufs Klo und nehm ein bißchen Heroin.«
Randos aß im Laufe des Tages immer mehr Linseneintopf, so
viel, bis er keinen Bissen mehr runterkriegte.
»Ich fühl mich nicht so gut, Andy,« sagte
er. »Ich glaub ich muß mal scheißen.«
sagte er.
»Mach ruhig. Wir lassen die Kamera laufen.«
Randos entleerte sich. Zehn Tonnen braunes Zeug kamen raus. Er
füllte die ganze Factory bis zur Decke, bis alle beinahe
ertranken.
Drei Monate später war Andy Warthog auf einer Preisverleihung
für Kunstfilme.
»Und jetzt für den besten Kunstfilm des Jahres«,
sagte die Jury. »Der Preis geht an Andy Warthog für
Furz«.
»Hurra, Randos«, sagte Andy.
Übersetzung: Conny Lösch
Sexton
Ming
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